Was wollen wir als ArbeitgeberInnen oder BeraterInnen heute von KandidatInnen lesen und hören?

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©depositphotos.com/09910190 (Andrii Kytaiko)

30.05
am 30.05.172018-03-20
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Bewerbungen: „Es lieber allen recht machen wollen oder sich mutig positionieren?“

 

In meiner täglichen Praxis erlebe ich häufig stark verunsicherte BewerberInnen, die in ihrem angestammten Job jedoch extrem selbstsicher und professionell agieren. Wenn es darum geht, die eigene Arbeitskraft „zu vermarkten“ stehen aber oft selbst „Marketing Professionals“ vor schier unlösbaren Problemen. Die typische Frage: „Wie stelle ich mich bzw. meine Arbeitskraft bestmöglich dar?“ In dieser ungewöhnlichen, persönlichen Situation wissen meist viele Menschen nicht, was von Ihnen erwartet wird. Aber wissen denn Personalisten immer genau, was sie von KandidatInnen erwarten? Decken sich diese Erwartungen auch über sämtliche Branchen und Funktionen hinweg? Wir, auf Arbeitgeberseite, machen es mit unseren unterschiedlichen Erwartungshaltungen den BewerberInnen dabei nicht leicht. Woran liegt es, dass KandidatInnen quer durch alle Fachexpertisen und Erfahrungslevels so starke Schwierigkeiten damit haben, die perfekte Bewerbung“ zu erstellen?

 

Vielleicht, weil es die perfekte Bewerbung gar nicht gibt? Vielleicht weil der antizipierte Vergleich mit anderen mitbewerbenden KonkurrentInnen den Blick auf die eigenen Stärken verdeckt? Oder weil KandidatInnen nichts falsch machen wollen und weil sie oft nicht wissen, wer den Lebenslauf dann tatsächlich lesen wird? Hier fallen mir noch mehrere Gründe ein, die den KandidatInnen das Leben bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen erschweren. Ich möchte mich aber nicht nur mit der Problemstellung beschäftigen, sondern auch ein paar Lösungsansätze formulieren.

 

Im Wesentlichen unterscheiden sich die Erwartungshaltungen davon, ob eine Bewerbung initiativ oder auf eine konkrete Stellenausschreibung erfolgt. Weiter verändert sich die Erwartungshaltung auf Seiten der EntscheiderInnen, ob die Bewerbung an eine HR-Abteilung mit persönlichem Ansprechpartner geht, an eine/n PersonalberaterIn gerichtet ist oder ob sie direkt an die Geschäftsführung eines kleineren Unternehmens adressiert ist. Zudem differieren die Erwartungshaltungen auch betreffend die Funktion und das Erfahrungslevel, für die die Bewerbung eintrifft.

 

Fragen Sie zehn Experten wie der perfekte Lebenslauf gestaltet sein muss und Sie werden elf verschiedene Antworten erhalten.  Und es ist auch nicht verwunderlich, wenn man die mögliche Bandbreite an Erwartungshaltungen auf Unternehmensseite bedenkt.

 

 

Worum geht es aber wirklich? Der Lebenslauf muss natürlich inhaltlich richtig und weitgehend lückenlos sein, das ist klar. Letzten Endes dient der Lebenslauf aber ausschließlich dazu, das wichtigste Ziel zu erreichen – nämlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden! Wann also werden Sie als EntscheiderIn, damit sind GeschäftsführerInnen, PersonalistInnen und Führungskräfte gemeint, nun eine/n KandidatIn zu einem Gespräch einladen?

 

Zum Lebenslauf wird die Frage meist ganz einfach damit beantwortet: „Die fachliche Eignung muss passen, der persönliche Eindruck muss gut sein.“ Das Motivationsschreiben hingegen wird dabei häufig stiefmütterlich auf Seiten der BewerberInnen behandelt, das aber den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Wenn etwa eine hohe Anzahl an qualifizierten Bewerbungen vorhanden ist. Oder sich jemand initiativ bewirbt und erst vermitteln muss, warum es Sinn machen könnte ihn oder sie als zukünftige/n MitarbeiterIn in Betracht zu ziehen. Wenn Sie als EntscheiderIn auf Unternehmensseite dann das Gefühl vermittelt bekommen, dass der/die BewerberIn sich wirklich mit Ihrem Unternehmen und der Position auseinandergesetzt hat, sich überlegt hat wie er/sie die Persönlichkeit, das Fachwissen und die Erfahrung zum Nutzen des Unternehmens einbringen kann, dann wird diese/r KandidatIn höchstwahrscheinlich einen entscheidenden Schritt vorne liegen.

 

Deshalb ist der „perfekte Lebenslauf“ jener, der dieses Ziel auf individuelle Art erreicht. Dies kann in der Ausgestaltung des Lebenslaufs völlig unterschiedliche Formen bedingen. Jede/r BewerberIn sollte sich daher im Vorfeld fragen:

 

Was kann ich an Erfahrungen, Ausbildungen, Fertigkeiten und Persönlichkeit zum Nutzen eines Arbeitgebers bzw. einer Funktion bestmöglich inhaltlich richtig und vor allem optisch so ansprechend darstellen, dass die Chancen auf eine Einladung am größten sind?“

 

BewerberInnen sollten sich deshalb heute die Mühe machen, zwei oder drei Varianten Ihres Lebenslaufs entwerfen und sich dann für die jeweils passende Form entscheiden. Zudem müssen sie im Anschreiben oder in einem Motivationsschreiben darlegen können, warum sie der oder die richtige KandidatIn ist. Positiv herauszustechen ist das Erfolgsmotto, um bei einer Vielzahl an Bewerbungen und gut qualifizierten KandidatInnen eine Chance zu haben. Wie so oft im Leben, am besten mit Eifer und ehrlichem Interesse.

 

Wie dieser Artikel beschreibt, ist „Die Bewerbung“ ein Thema, dass sowohl PersonalentscheiderInnen und BewerberInnen beschäftigt. Daher folgt hier abschließend noch eine Empfehlung für PersonalentscheiderInnen, wie Sie für zufriedenstellende Bewerbungseingänge sorgen können. Häufig fällt es HR-Verantwortlichen nämlich schwer, im Falle einer Trennung von treuen MitarbeiterInnen, den Betroffenen etwas Positives mit auf den Weg zu geben.  Die beste und wahrscheinlich auch professionellste Variante ist die Outplacementbegleitung, die in der Regel vom Unternehmen bezahlt wird. Für viele Unternehmen kommt eine solche Unterstützung aber leider nicht in Frage.  

Wenn Sie also für eine Outplacementbegleitung nicht aufkommen wollen ist es sinnvoll, die betroffenen MitarbeiterInnen auf die Möglichkeit eines Karrierecoachings hinzuweisen und ihnen damit einen ersten Schritt zu einer neuen erfolgreichen Bewerbung zu ermöglichen. Dadurch entsteht für PersonalistInnen und BewerberInnen eine klare Win-Win-Situation.

 

Mehr über den Ablauf eines professionellen Karrierecoachings erfahren Sie beim nächsten Blogbeitrag.

 

 



PERDINO

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