Was ist der Fachkräftemangel?

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11.04
am 11.04.182018-04-25
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Der Fachkräftemangel stellt einen Zustand in einem Wirtschaftsraum dar, in dem eine maßgebliche Anzahl von offenen Arbeitsplätzen mit Mitarbeitern die über bestimmte Fähigkeiten verfügen, nicht besetzt werden kann, da am Arbeitsmarkt die dafür qualifizierten Fachkräfte, im Sinne von qualifizierten Mitarbeitern, nicht zur Verfügung stehen. Die häufigsten divergierenden Eigenschaften, die zu einem Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt führen, treten in Form von sogenannten Mismatches (Diskrepanzen) in Erscheinung. Hierbei können wir zwischen qualifikatorischem, lohnbedingtem, regionalem und informationsdefizitärem Mismatch unterscheiden. Diese Mismatch-Faktoren treten meist oft in Kombination miteinander auf. Der qualifikatorische Mismatch tritt zumeist mit einem regionalen und globalen Strukturwandel (Standortverlegung, Unternehmensschließungen) sowie dem Einsatz technologisch neuartiger Produktionsprozesse auf, auf die die regionalen Ausbildungsstrukturen noch nicht eingestellt sind.

 

Unter informationsbedingtem Mismatch handelt es sich vordergründig um divergierende Erwartungen, die durch unklar kommunizierte Vorstellungen Zustandekommen. Dies verursacht Probleme auf Seiten der Bewerber, da Betriebe ihre Stellenausschreibungen und -anforderungen nicht immer genau hinsichtlich der tatsächlich geforderten Qualifikationen und der Rahmenbedingungen spezifizieren.

Die Kombination des qualifikatorischen mit dem informationsbedingten Mismatch beeinflusst ebenso die Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik, wie Aus- und Weiterbildungsangebot, Lohnstrukturen sowie rechtliche Rahmenbedingungen.

Zuletzt der lohnbedingte Mismatch. Dieser liegt dann vor, wenn Lohnerwartungen und Lohnstruktur nicht übereinstimmen. Daraus kann geschlossen werden, dass sich aufgrund der Knappheit bzw. eines Überangebotes an Fachkräften Lohnstrukturen verbessern bzw. verschlechtern können.

 

 

Wie entsteht Fachkräftemangel?

 

Das Phänomen Fachkräftemangel verweist grundsätzlich auf eine Situation, in der sich die Besetzung offener Stellen mit geeigneten Bewerbern als zunehmend schwieriger gestaltet. Dies ist als Diskrepanz zwischen den Eigenschaften einer zu besetzenden Stelle auf der einen Seite, sowie den Bewerbern auf der anderen Seite zu werten. Je größer diese divergierenden Eigenschaften auftreten, desto schwieriger wird es, dass ein neues Arbeitsverhältnis zustande kommt.

 

 

Offizielle Liste der Mängelberufe in Österreich (Stand. 13.03.2018)

 

27 Berufsbilder befinden sich auf der Mängelberufsliste Österreichs. In diesen Berufen können Staatsangehörige von Drittstaaten eine Rot-Weiß-Rot Karte, für 24 Monate als Fachkraft beantragen. Damit das klappt muss der Antragsteller eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Mangelberuf laut Verordnung nachweisen und ein verbindliches Arbeitsplatzangebot in Österreich haben. Zudem muss das Unternehmen bereit sein, das nach dem Gesetz, der Verordnung oder Kollektivvertrag zustehende Mindestentgelt zu bezahlen.

 

  • Schwarzdecker und Schwarzdeckerinnen
  • Fräser und Fräserinnen
  • Techniker und Technikerinnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenbau
  • Techniker und Technikerinnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
  • Dreher und Dreherinnen
  • Sonstige Techniker und Technikerinnen für Starkstromtechnik
  • Techniker und Technikerinnen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
  • Landmaschinenbauer und Landmaschinenbauerinnen
  • Diplomingenieure und Diplomingenieurinnen für Maschinenbau
  • Diplomingenieure und Diplomingenieurinnen für Starkstromtechnik
  • Werkzeug-, Schnitt- und StanzenmacherInnen
  • Diplomingenieure und Diplomingenieurinnen für Datenverarbeitung
  • Dachdecker und Dachdeckerinnen
  • Techniker und Technikerinnen mit höherer Ausbildung soweit nicht anderweitig eingeordnet
  • Schweißer und Schweißerinnen, Schneidbrenner und Schneidbrennerinnen
  • Sonstige Techniker und Technikerinnen für Maschinenbau
  • Elektroinstallateure und Elektroinstallateurinnen, Monteure und Monteurinnen
  • Bautischler und Bautischlerinnen
  • Diplomingenieure und Diplomingenieurinnen für Schwachstrom- und Nachrichtentechnik
  • Sonstige Spengler und Spenglerinnen
  • Betonbauer und Betonbauerinnen
  • Zimmerer und Zimmererinnen
  • Sonstige Spengler und Spenglerinnen
  • Platten-, FliesenlegerInnen
  • Kraftfahrzeugmechaniker und Kraftfahrzeugmechanikerinnen
  • Rohrinstallateure,-monteure und Rohrinstallateurinnen-, monteurinnen
  • Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.

Zur Liste mit detaillierten Berufsbezeichnungen in den jeweiligen Kategorien

 

 

Was bedeutet der Fachkräftemangel für das Personalmanagement?

 

Für Unternehmen gilt es hier, eine hohe Mitarbeiterfluktuation zu vermeiden und Know how Träger zu halten. Mitarbeiterstabilität ist dabei das oberste Credo, um den zukünftigen Unternehmenserfolg zu garantieren. Falls dies nicht gelingt sind Unternehmen zukünftig damit konfrontiert, höhere Kosten zur Gewinnung von einschlägigen Spezialisten aus dem In- und Ausland in Kauf zu nehmen. In diesem Zusammenhang beeinflussen auch die beruflichen und unternehmerischen Rahmenbedingen eines Unternehmens die Erfolgschancen, ob die Organisation für gute und motivierte Spezialisten attraktiv ist.

 

Aus makroökonomischer Sicht ist ein Fachkräftemangel natürlich unerwünscht. Konsequenterweise bedeutet das, dass gewisse gesamtunternehmerische Aufgaben und Vorhaben ökonomisch nicht erledigt und umgesetzt werden und somit ein Hemmnis für eine positive Gesamtentwicklung darstellen.

Für eine positive gesamtwirtschaftliche Bilanz sind erfolgreiche und innovative Unternehmen feste Grundpfeiler, deren Weiterwicklung und Verlässlichkeit für ein positives Wirtschaftswachstum unabdingbar ist.

 

Diese Kurzanalyse soll aufzeigen, dass der Fachkräftemangel zumeist von mehreren Faktoren und diese in Kombination zueinander entstehen kann. Fachkräftemangel bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur einfach, dass es einen aktuellen Mangel an Arbeitsressourcen mit speziellen Skills gibt, sondern mehr noch, dass dieser einerseits durch externe Einflüsse und andererseits durch fehlende Maßnahmen generiert wird.

 

 

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