5 SCHRITTE ZUM BESSEREN ACTIVE SOURCING

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06.08
am 06.08.182018-11-06
von


Active Sourcing ist im Recruiting omnipräsent. Leider steckt bei den wenigsten Recruitern eine Strategie und eine strukturierte Herangehensweise dahinter. Gerade im Active Sourcing braucht es eine sorgfältige Planung, um effektiv und effizient zu sein. Obwohl jeder Suchauftrag seine eigenen Herausforderungen beinhaltet, passieren in der Phase der Vorbereitung und in der tatsächlichen Umsetzung immer wieder die gleichen Fehler. Damit Active Sourcing gut gelingt, übersichtlich bleibt und auch langfristig Spaß macht, habe ich einen 5 Schritte Plan erarbeitet.

 

WIE PLANE ICH GUTES ACTIVE SOURCING?

 

Nur weil alle davon sprechen heißt das noch lange nicht, dass Active Sourcing für dich die richtige Recruiting Methode ist. Was könnten also Gründe sein, Kandidaten direkt anzusprechen? Ich habe dazu 4 typische Merkmale von Unternehmen zusammengefasst, die für Active Sourcing gut geeignet sind. 

  • Du bist ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen und hast spezielle Qualifikationen in deiner Organisation beschäftigt.
  • Du bekommst auf ausgeschriebene Stelleninserate wenig bis gar keine adäquaten Bewerbungen.
  • Du bist in einer Branche tätig die einem starken Wettbewerb ausgesetzt ist.
  • Du hast noch keine bekannte Arbeitgebermarke aufgebaut oder dein Unternehmen wird nicht als Arbeitgeber wahrgenommen.

Trifft eines diese Merkmale auf deine Organisation zu, hast du mit Active Sourcing gute Chancen, mehr passende Kandidaten für dein Unternehmen zu gewinnen. Bleiben wir beim ersten Punkt der Liste, nämlich Klein- und Mittelbetriebe, die speziell qualifiziertes Personal suchen. Diese Unternehmen kämpfen gegen die großen Arbeitgebermarken, arbeiten mit keinen Budgets im Personalmarketing und erhalten nur selten Initiativbewerbungen von guten Kandidaten. Daher heißt es für diese Unternehmen proaktiv zu werden und Recruiting nicht dem Zufall zu überlassen.

 

VORBEREITUNG DER CANDIDATE EXPERIENCE.

 

Vor dem Active Sourcing ist nach dem Active Sourcing. Was macht die Person, nachdem du sie über Social Media oder andere Kanäle angesprochen hast? Stell dir diese Frage, bevor du mit der Ansprache von Kandidaten startest. Denn daraus leitet sich ab, welche Informationen du aufbereiten, prüfen oder bearbeiten solltest. Die meisten Kandidaten schreiben nämlich nicht sofort zurück, sondern überprüfen in der Regel den Absender der Nachricht und das dahinterstehende Unternehmen.

 

Daher ist es ratsam folgende Informationsquellen zu prüfen, bevor du mit dem Active Sourcing startest:

 

  • Die Stellenanzeige sollte für den Kandidaten auf der Webseite auffindbar sein.
  • Die Informationen in der Stellenanzeige deckt sich mit den Inhalten in der Ansprache.
  • Die Stellenanzeige ist mobil darstellbar, da die meisten Nutzer ihre Social-Media Nachrichten unterwegs lesen.
  • Die eigene Karriereseite bietet ausreichend Information zum Arbeitgeber.
  • Die Informationen auf Arbeitgeberbewertungsportale sind aktuell und zu bisherigen Bewertungen wurde Stellung genommen.
  • Dir sind die Inhalte der Top-Google-Treffer zum deinem Unternehmen bekannt und weißt auch, ob positive oder auch negative PR zu finden ist.
  • Die Google Business Seite ist eingerichtet, aktuell und mit Inhalten befüllt.
  • Dein persönliches Profil auf Xing, LinkedIn etc. ist am aktuellen Stand, beinhaltet den aktuellen Arbeitgeber sowie alle Kontaktinformationen.

 

Mach dir Gedanken darüber, wie du den angesprochenen Kandidaten über die Ansprache hinaus von deinem Unternehmen überzeugen kannst. Überlasse es nicht dem Zufall, sondern versuche hier mit gezielten Informationslinks zu arbeiten. Überleg dir, wie die „Reise des Kandidaten“ aussehen soll, damit er dir antwortet, für ein Gespräch bereit ist und dir seinen Lebenslauf übermittelt.

 

Ideen für die Candidate Experience:

 

  • Eigene Unterseite auf der Karriereseite, die mit Informationen befüllt sind, die für das Recruiting via Active Sourcing optimiert sind.
  • Wenn die eigene Webseite nicht am aktuellen Stand ist, können Employer Branding Profile auf Karriereplattformen hilfreich und schneller umgesetzt sein.
  • Bei positiver Reputation, solltest du aktiv mit den Bewertungen arbeiten und in das Personalmarketing aufnehmen.

Sind diese Informationskanäle gut aufbereitet, kannst du mit der Planung der Sourcing-Kanäle beginnen.

 

DIE BESTEN KANÄLE FÜR ACTIVE SOURCING.

 

Damit du die besten Active Sourcing Kanäle festlegen kannst, solltest du dir ein Bild von deiner Zielgruppe und deinem Zielkandidaten machen. Dazu können dir sogenante Buyers-Personas oder Marketing-Personas helfen.

 

Stelle dir folgende Fragen:

 

  • Welchen Typ von Kandidaten suchst du? Ist er offline oder online zu erreichen?
  • Welche Plattform, welches Forum beinhaltet die gesuchte Zielgruppe?
  • Gibt es alternative Seiten, wo sich die gesuchte Kandidatengruppe aufhalten könnte?

Damit du nicht im Irrgarten der Business-Netzwerke und Social-Media-Kanälen verloren gehst, solltest du dir einen Überblick zu den ausgewählten Netzwerken verschaffen. Hinterlege diese Kanäle mit Schlagworten wie zB. häufige Jobtitel, Branchen, Soft-Skills, Hard-Skills, Ausbildungsgrade, Verhaltensmuster, Kenntnisse zu Programmen oder anderen Kompetenzen. Suche nach alternativen Netzwerken, recherchiere online zu den Themenstellungen, die diese Zielgruppe beschäftigt und beginne dort mit deiner aktiven Kandidatenansprache.

 

Xing und LinkedIn sind Sourcing Tools, die mittlerweile die breite Masse der Recruiter nutzt. Denke anders, wo könnte sich der gesuchte Kandidat bewegen? Schau mal, ob du hier interessante Personen findest.

 

  • Recherchiere in den Kommentaren von aktuellen Youtube Videos, die ein spezifisches Thema behandeln. Youtube ist die zweitgröße Suchmaschine und birgt enormes Active Sourcing Potential. Vielleicht verbirgt sich hinter einem Youtube-Kommentar, der gesuchte Kandidat?
  • Buchrezensionen, zB auf Amazon, können Auskunft über Kandidaten mit Spezialwissen und Informationen zum Kandidaten beinhalten.
  • Dir fehlen die Kontaktdaten von einem potentiellen Kandidaten, aber du hast ein Portraitbild? Dann kann dir die Google-Bildsuche zu mehr Informationen verhelfen.
  • Eröffne in Fachforen (am besten in der Zusammenarbeit mit deiner Fachabteilung) einen spannenden Thread, indem du Expertenmeinungen einholst und so qualifiziertes Kandidatenpotential entdeckst. Tipp: Sprich sofern das möglich ist, diese Kandidaten über eine andere Plattform an, um deine Tarnung im Forum nicht zu verlieren.

Active Sourcing bietet viel Raum für Kreativität. Beobachte deine Zielgruppe und versetze dich in die Lage der gesuchten Kandidaten. Wie könnte ein typischer Tag bzw. Woche der gesuchten Person aussehen? Was könnte sie interessieren?

 

MEHR EFFIZIENZ MIT STRUKTUR IM ACTIVE SOURCING

 

Mach Aufzeichnungen zu deinen getätigten Ansprachen. Hierzu kannst du die oben erwähnte Übersicht verwenden und mit deinem Tracking-Protokoll verknüpfen. Je mehr Kanäle du bedienst, umso höher ist das Risiko den Überblick zu verlieren. Je mehr relevante Informationen du in diese Übersicht packst, umso effizienter und effektiver wir dein Active Sourcing werden. Wichtig dabei ist, diese Aufzeichnungen in deinen Active Sourcing Prozess zu integrieren. So bleiben sie aktuell und du ersparst die mühsame Nachbearbeitung.

 

DIE RICHTIGE ANSPRACHE IM ACTIVE SOURCING.

 

Die richtige Ansprache fällt Recruitern schwer. Besetzungsdruck und zu viele Kompromisse in der Auswahl von Kandidaten, die angesprochen werden sollen, lassen die Qualität sinken und führen dazu, dass Kandidaten genervt sind und nicht darauf reagieren. Active Sourcing ist kein geschützter Bereich und kann sich bei schlechter Umsetzung negativ auf die Arbeitgebermarke auswirken.

 

Hier ein paar Tipps, um typische Fehler zu vermeiden:

 

  • Immer eine persönliche Ansprache verwenden. Streiche die Formulierung sehr geehrte/r Herr/Frau aus der Vorlage!
  • Nimm Bezug auf mehrere Punkte im Profil des Kandidaten und spare dir unkonkrete und schwammige Informationen.
  • Fass dich kurz und informativ. Der Kandidat hat nicht ewig Zeit, deine Nachricht zu lesen.
  • In Foren solltest du eine interessante Konversation aufbauen, indem du zB auf ein Kommentar reagierst. Stelle Fragen, um die fachliche Qualifikation des potentiellen Kandidaten zu durchleuchten.
  • Lass deinen Text von Kollegen korrigieren.
  • Achte auf die Konsistenz zwischen dem Text in der Ansprache und der Jobbeschreibung sowie in auffindbaren Inhalten zu deinem Unternehmen.
  • Reagiere schnell, wenn ein Kandidat auf deine Anfrage antwortet. Zu lange Reaktionszeiten lassen auf einen mühsamem Recruitingprozess deuten.
  • Erinnere Kandidaten nur einmalig daran, auf deine Anfrage zu reagieren. Formuliere diesen Reminder höflich und vorsichtig, alles andere könnte sich negativ auf die Arbeitgebermarke auswirken.
  • Vermeide die take it or leave it Haltung. Wenn ein Kandidat antwortet, aber kein Interesse besteht, solltest du dich trotzdem für seine Antwort bedanken. Nutze diese Möglichkeit elegant, um den Informationskanal zum Kandidaten aufrecht zu erhalten.
  • Vermeide plumpe und offensichtlichen Ansprachen in Fach-Foren. Du könntest sehr rasch vom Moderator gesperrt werden.

Du bist ein erfahrender Active-Sourcing-Experte und hast noch mehr Tipps für unsere Leser? Dann freue ich mich auf Tipps und Tricks im Kommentarfeld.

 

Liebe Grüße, Florian von PERDINO.

 

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PERDINO

Kommentare


@Hermann. Super Input. Ich fühle mich bestätigt. Je besser jemand das Handwerk des Active Sourcing beherrscht, umso klarer werden die Zielkandidaten. Umso weniger Kompromisse werden bei der Identifizierung und Ansprache gemacht. Daraus ergibt sich dann mehr Effizienz im Active Sourcing.
Florian am 08.08.18

Ein guter Beitrag für die Basisarbeit im Active Sourcing - ein Tipp von uns, wir haben die Erfahrung gemacht, weniger ist mehr - besser ein paar weniger ansprechen, aber dafür konkreter und personalisierter - der Erfolg ist größer.

Sie suchen. Wir finden. http://pavelka-denk.at
Hermann am 08.08.18

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